
Sex und Macht - die Stimme der Betroffenen
Sie ist jung, schön und engagiert – er ist der erfolgreiche Boss, der mehr will und körperliche und seelische Grenzen überschreitet. Häufig schweigen Betroffene aus Scham und existenziellen Ängsten. In der Doku „Sex und Macht“ berichten acht Frauen aus Kultur, Politik und Wirtschaft, wie sie unter solchem Machtgehabe ihrer Chefs gelitten haben.
Eine von Ihnen ist die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin. Sie wurde von ihrer Partei zur Spitzenkandidatin für die Europawahl 2004 benannt. Noch am Abend der von ihr gewonnenen Wahl teilten die Kollegen die verantwortungsvollen Posten unter sich auf. Bereits als Praktikantin im EU-Parlament erlebte sie sexualisierte Gewalt und später den scheinbar unumgänglichen alltäglichen Sexismus in Parlament und Partei.
Zu Wort kommt – neben anderen – auch die Journalistin Raphaela Scharf, die beim österreichischen Medienunternehmen Oe24.TV arbeitete. Bereits beim Vorstellungsgespräch kommentierte der Chef des Unternehmens, Wolfgang Fellner, ihr Aussehen. Als Moderatorin soll sie immer engere Kleider, tiefere Ausschnitte, höhere Schuhe tragen. Fellner zwingt ihr unter dem Vorwand beruflicher Termine intime Essen auf. Als er sie bei einem Fotoshooting bedrängt, wendet sie sich an den Betriebsrat und wurde fristlos entlassen. Dagegen ging sie vor Gericht ‒ der Beginn einer medial begleiteten Anklageschlacht.